Hochprozentiges

Bärwurzschnaps

Bärwurzschnaps

Bärwurzschnaps ist nicht gleich Bärwurzschnaps

Der feine Gaumen des Bärwurzkenners hat seine Freude daran die Vielfalt der unterschiedlichen Bärwurzschnäpse zu entdecken. Angefangen von zwei sehr eng verwandten Pflanzen die im Bärwurzschnaps Verwendung finden, gibt es unter den Bärwurzereien so viele verschiedene Herstellungsweisen wie Brennereien selbst…

Mazeration + Destillation

Aus meiner Sicht die klassische Methode um Bärwurzschnaps herzustellen. Der Brenner legt dabei gut gereinigte, frische Wurzeln (häufig Meum athamanticum, selten Ligusticum) in hochprozentigen Alkohol ein und lässt diesen Ansatz je nach Erfahrung und persönlicher Einschätzung 4-8 Wochen ziehen. Dieser Prozess (Mazeration) entzieht der Wurzel auf schonende Art die Wirksubstanzen, ätherischen Öle sowie Farb- und Geschmacksstoffe. Die Wurzel/Alkoholmischung wird nun filtriert und destilliert, wobei die Destillation hier als Reinigungsprozess zu verstehen ist. Genau genommen werden durch die Destillation lediglich die Farb- und Schwebstoffe vom gewünschten klaren Destillat getrennt. Um den Bärwurzschnaps genießbar zu machen wird noch Wasser zugesetzt, bis das Getränk Alkoholgehalte von 38% bis 45% aufweist.

Übrigens: Beschriebenes Herstellungsverfahren wird praktisch identisch auch bei der Herstellung von Melissengeist etc. angewendet.

Mazeration

Wie schon bei obigem Verfahren beschrieben werden auch hier die Wurzeln (häufig Ligusticum mutellina, selten Meum athamanticum) für den Kaltauszug (=Mazeration) in hochprozentigen Alkokol für einige Wochen eingelegt. Nachher wird allerdings nicht mehr destilliert sondern nur noch fein filtriert und anschließend wiederum mit Wasser auf Trinkstärke herabgesetzt.

Als Ergebnis erhält “der Bärwurzer” ein leicht bräunlich gelbes Schnapserl das in Punkto Geschmack kaum Unterschiede zum Destillat erkennen lässt.

“Wurzel in Flasche” – Methode

Diese Variante wird gern auch von Hobby-Bärwurzern angewendet, ist aber in ihrer Umsetzung weit diffiziler als man das auf Anhieb vermuten möchte. Nun wie der Name schon sagt, wird hier eine Bärwurzel (häufig Meum athamanticum, selten Ligusticum mutellina) in eine Flasche eingelegt. Als Ausgangsbasis eignet sich eine Flasche Kornbrand oder Wodka mit jeweils möglichst wenig Eigengeschmack, da sonst unser gewünschter Bärwurzschnaps nicht wirklich nach Bärwurz schmeckt. Wie schon bei den anderen Methoden greift auch hier das Prinzip der Mazeration, wodurch unser “Korn” authentischen Bärwurzgeschmack annimmt. Die Probleme liegen häufig in der Dosierung der Wurzelmenge die in die Flasche gegeben wird und auch der Dauer mit der die Wurzel im Korn liegt und somit Inhaltsstoffe freigibt.

Kurzum: Meist wird zu viel Wurzel zu lange eingelegt, was als Ergebnis selbst den härtesten Bayerwaldler umhaut. Prost!

Bärwurz Wurzel

Bärwurz Wurzel

Man nehme nicht die Wurzel sondern den Samen

Vom Herstellungsprinzip sehe ich keinen Unterschied zur Methode Mazeration + Destillation, allerdings wird anstatt der Wurz Bärwurzsaatgut (Meum athamanticum) verwendet. Das Saatgut von Bärwurz ist sehr aromatisch und enthält ätherische Öle, so dass auch bei dieser Variante ein vorzügliches Ergebnis zu erwarten ist. Dieser Bärwurzgeist kommt etwas feiner daher und ist deshalb den sensibleren Gaumen zu empfehlen.