Bärwurzanbau

Bärwurz steht unter Naturschutz

Bärwurz Garten

Bärwurz Garten

Bärwurz findet sich in der freien Natur wenn überhaupt noch, dann auf mageren Bergwiesen im Bayerischen Wald oder im Erzgebirge vor. Meum athamanticum zählt zu den gefährdeten Pflanzenarten und steht deshalb unter Naturschutz.

Bis in die 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts wurde die Bärwurzel im Bayerischen Wald und im angrenzenden Böhmerwald sowie im Erzgebirge von spezialisierten Sammlern mit dem Spaten in der freien Natur geerntet. Die Arbeit war beschwerlich, die Ausbeute gering und die Bärwurz ging in ihrem Bestand zurück.

 

Als Lösung bot sich an mit der Bärwurz erste Anbauversuche zu starten, um den Bärwurzereien im Bayerischen Wald gleichbleibend hohe Qualität in der gewünschten Menge anbieten zu können.

Zwar entspricht der Anbau von Bärwurz nicht dem Klischee vom „Wurzelsepp“ der mit Rucksack und Schaufel bewaffnet die Berge des Bayerischen Waldes erklimmt und mühevoll Wurzeln ausgräbt, trotzdem ist die Kultur von Bärwurzel der bessere Weg.

  • Der Anbau unterliegt sehr hohen Qualitätsstandards
  • Rückstandskontrolle in der Wurzeldroge
  • Praktizierter Naturschutz durch Schonung der natürlichen Flora
  • bekannte, nachvollziehbare Herkunft

Heil- und Gewürzpflanzen wie beispielsweise Baldrian, Sonnenhut, Angelika, Kamille, um nur ein Paar zu nennen, werden ausschließlich von spezialisierten Landwirten angebaut. Somit wird sichergestellt, dass das wertvolle Pflanzenmaterial in gleichbleibend hoher Qualität und Menge für die Herstellung von Naturheilmitteln zur Verfügung steht. Anbauware aus heimischer Produktion wird – was die wenigsten wissen oder vermuten – intensiv auf Herz und Nieren geprüft.

Bärwurz - Wurzel und Samen

Bärwurz – Wurzel und Samen

Meine Bärwurzel muß beispielsweise folgende Qualitätsparameter einhhalten:

  • absolute Frische bei Nassware
  • Trockenheit (Restfeuchte unter 8%) bei Trockenware
  • keine Pestizidrückstände (Nulltoleranz!)
  • keine Schwermetallrückstände (Nulltoleranz!)
  • Fremdbestandteile (max. 2 % nach Arzneibuch)
  • Geruch, Aroma, Konsistenz etc.

Bärwurzel aus Wildsammlung (Ausnahmegenehmigung notwendig!) unterliegt nur einer sehr eingeschränkten Qualitätskontrolle. Rückstandsuntersuchungen lohnen kaum aufgrund der hohen Kosten und der verhältnismäßig geringen Mengen.

Bärwurz nimmt sich Zeit…

Bärwurz - Keimblattstadium

Bärwurz – Keimblattstadium

Die Pflanze zählt zu den sogenannten Frostkeimern und wächst ungewöhlich langsam. Nachdem im Spätsommer der Samen von der Mutterpflanze geerntet wird, kann wenige Wochen später die Aussat erfolgen. Weil es sich wie gesagt um einen Frostkeimer handelt, keimt die Bärwurzel erst im folgenden Frühjahr. Ende März – Anfang April zeigt sich die Keimwurzel, bald darauf kommen die beiden Keimblätter hervor. Zum Ende der ersten Vegetationsperiode (mittlerweile ist ein Jahr seit der Aussat vergangen) hat die Bärwurz 2-3 Laubblätter und eine Wurzel mit 2-3 mm Durchmesser und 5-8 cm Länge. Mehr nicht…

Als ausdauernde Pflanze geht Meum nun in die Winterruhe und legt anschließend im dritten – fünften Standjahr an Größe zu.

Was viele so nicht vermuten oder wissen: Die Bärwurzpflanze wird erst nach 5 Jahren geerntet, je älter, desto besser versichern alte Bärwurz-Brenner. Die Wurzel ist dann etwa daumendick mit einigen Seitenwurzeln und zwischen 25-35 cm lang. Die Ernte ist immer noch sehr aufwenig, da vorsichtig in die Tiefe gegraben werden muss um die Verluste zu vermindern und die Pflanze nicht zu verletzen.